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Gesellschaft CJZ Dortmund e.V.

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Szenische Lesung der Briefnovelle „Empfänger unbekannt“ von Kressmann Taylor

Mit Sabine Henke und Birgit Rumpel (Dortmund)

19. November 2015


Bonifatius-Buchhandlung - 19.00 Uhr
Propsteihof 6, Dortmund


Die Kunsthändler Max Eisenstein und Martin Schulze übersiedeln nach dem 1. Weltkrieg gemeinsam von Deutschland nach San Francisco. Hier betreiben sie erfolgreich die Schulze-Eisenstein Galleries, bis Martin 1932 mit seiner Familie nach Deutschland zurückkehrt. Die Freunde tauschen sich fortan per Brief über die jeweiligen Lebensumstände aus. Während der in Amerika gebliebene Max die gemeinsame Galerie weiter betreibt, baut Heimkehrer Martin sich und seiner Familie im Deutschland des aufkommenden Nationalsozialismus eine neue Existenz auf.

Der Briefwechsel lässt eindrucksvoll erkennen, wie schleichend, aber unaufhaltsam die nationalsozialistische Propaganda ihre Wirkung zeigt: Martin entwickelt sich vom vorsichtigen Skeptiker zum überzeugten Nazi. Das stellt die einst innige Männerfreundschaft auf eine harte Probe, die sie nicht besteht. Dem Vorwurf, die Juden würden sich ja nie gegen ihre Verfolgung wehren, begegnet Max auf ganz eigene Weise. Mit einem Racheakt, der perfider kaum sein könnte.

„Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen. Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zuviel, keines fehlt.“
(Elke Heidenreich im Nachwort zur deutschen Ausgabe)

Zur Autorin: Die Amerikanerin Kathrine Kressmann (geb. 1903, gest. 1996) studierte Literatur und Journalismus. 1938 ging sie mit ihrer Familie nach New York, wo Kressmann ihre Briefnovelle „Address unknown“ fertigstellte. Die Veröffentlichung im September 1938 stieß auf so große Resonanz, dass die Ausgabe der Literatur-Zeitschrift STORY innerhalb von 10 Tagen ausverkauft war. Im folgenden Jahr brachte der Verlag Simon & Schuster die Briefnovelle in den USA als Buch mit einer für damalige Verhältnisse extrem hohen Auflage heraus. Nach dem 2.Weltkrieg geriet das Buch nahezu in Vergessenheit. Die Autorin schrieb unter dem Pseudonym Kressmann Taylor weitere Kurzgeschichten und Novellen und wurde Professorin für Literatur am Gettysburg College. Erst 1995 sorgte der Wiederabdruck ihrer Briefnovelle in der STORY erneut für weltweite Aufmerksamkeit.

Aufführende:


Sabine Henke, Kabarettistin und Schauspielerin (re.)
Birgit Rumpel, Texterin und Journalistin, Mitglied im Sprechchor am Theater Dortmund (li.)
(Copyright Foto: Oliver Pohl)

In Kooperation: Volkshochschule, Bonifatius-Buchhandlung, Auslandsgesellschaft NRW e.V. und Fakultät Kulturwissenschaften der TU Dortmund